An den Präsidenten der Russischen Föderation, Dmitrij A. Medwedew
An die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Angela Merkel
An den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barak Obama
An den Generaldirektor der IAEO, Herrn Yukiya
Amano
OFFENER BRIEF
Wir
sind in gesellschaftlichen Organisationen aktiv und wenden uns an Sie
vor dem Hintergrund der Entscheidung, abgebrannten Atombrennstoff aus
dem Forschungszentrum Rossendorf nach Russland zu transportieren.
Wir
sind der Auffassung, dass dieses Vorhaben die Sicherheit der Bewohner
des Baltischen Raumes und all der Menschen gefährdet, die entlang der
Transportroute leben. Doch besonders gefährlich ist die Fracht für die
Menschen, die unweit des Bestimmungsortes leben, im Gebiet
Tscheljabinsk. Dieser ist heute schon die am stärksten verstrahlte
Region der Welt. In der Fabrik âMajakâ hatten sich in den vergangenen 65
Jahren viele schwere Unglücke ereignet. In der Folge wurden Zigtausende
von Quadratkilometern in Russland verstrahlt. Der radioaktive Müll wird
in die Seen Karatschai, Staroje Boloto, Tatysch und den Fluss Tetscha
geleitet. Die Tetscha transportiert den Müll weiter in den Ob und bis in
das nördliche Eismeer.
Die Menschen dort leben in verstrahlten
Gebieten, nehmen radioaktiv verseuchte, vor Ort erzeugte, Lebensmittel
zu sich. In der Folge steigt die Erkrankungsrate. Die Behandlung dieser
Krankheiten ist sehr kostenintensiv. Gleichzeitig fehlt das Geld, diese
Erkrankungen zu behandeln. Und da die Menschen in verstrahlten Gebieten
häufig krank sind, sind auch ihre Einkünfte niedrig. Wer in einem
verstrahlen Gebiet lebt, hat in der Gesellschaft einen niedrigen Status.
In vier Generationen von Menschen, die auf radioaktiv verseuchtem
Gebiet leben, nehmen die Krebserkrankungen zu. Deren Zahl ist 2008 auf
387 bei 100.000 gestiegen, bei Kindern unter 14 Jahren auf 14,1 Fälle
pro 100.000. 2008 haben die Neuerkrankungen an Krebs bei Kindern um 64
Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Auch Missbildungen bei
Neugeborenen haben deutlich zugenommen und liegen nun bei 47,6 Fällen
pro 1000 Neugeborenen.
Der Transport von radioaktiv strahlendem
Material nach Russland ist eine Gefahr für die nächsten Generationen,
da Atommüll bei Lagerung und Wiederaufbereitung dieses Materials in
Russland in die Umwelt gelangt.
Die mit Zustimmung der IAEO
getroffene Vereinbarung zwischen den Regierungen Russlands, der USA und
Deutschlands ist unserer Auffassung nach unmoralisch. Diese Vereinbarung
verletzt das internationale Prinzip einer gleichberechtigten
ökologischen Sicherheit. Diese Vereinbarung bedient die aktuellen
finanziellen Interessen russischer Bürokraten.
Wir wenden uns an
Angela Merkel, die Kanzlerin von Deutschland und an die anderen
Regierungen mit mächtigen Strukturen zur Wahrung der Sicherheit (der
ökologischen Sicherheit und der Sicherheit vor Terrorismus), auf den
Export ihres Atommülls zu verzichten, die Verantwortung hierfür nicht
anderen Ländern und Völkern aufzubürden.
Wir fordern, Deutschland
aus der Liste der Länder zu streichen, die unter die Vereinbarung
zwischen Russland und den USA fallen, welche von der Internationalen
Atomenergiebehörde IAEO vermittelt wurde. Diese Vereinbarung legalisiert
den Export von abgebranntem Atombrennstoff. Eine Umsetzung dieser
Vereinbarung führt zu negativen sozialen und wirtschaftlichen Folgen für
die Menschen des Landes, in dem sich der Bestimmungsort der
Atomtransporte befindet, wo dann der Brennstoff und der bei der
Wiederaufbereitung entstandene Müll gelagert wird.
Deswegen rufen
wir Sie auf, den Export von strahlendem Atommüll aus dem
Forschungszentrum Rossendorf nach Russland, wo er in die Fabrik âMajakâ
im Gebiet Tscheljabinsk gebracht werden soll, zu verbieten.
1. Natalja Mironowa, Dr. Der Soziologie, âBewegung für atomare Sicherheitâ, Tscheljabinsk,
2. Alexej Jablokow, Dr. der Biologie, Professor, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Moskau,
3. Andrej Talewlin, Dr. jur., Stiftung âFür die Naturâ, Tscheljabinsk,
4. Alexej Babin, Gruppe âRechtsbewusstseinâ (Tscheljabinsk),
5. Oleg Bodrow, NGO âGrüne Weltâ, Sosnowij Bor, Gebiet Leningrad,
6. Alexander Nikitin Zentrum für Ãkologie und Menschenrechte âBellonaâ, St. Petersburg,
7. Tatjana Artemowa, Journnal âPosevâ, âAssoziation von Umweltjournalisten St. Petersburgsâ
8. Albert Garapow, Anti-Atom-Gesellschaft von Tatarstan, Kasan
9. Alexej Toropow, Sibirische Umweltagentur, Tomsk,
10. Michail Piskunow, Zentrum für zivile Initiativen, Dimitrowgrad
11. Jurij Iwanow, Umweltzentrum Kola, Murmansk,
12. Andrje Pintschuk,
«Zentrum zur Unterstützung von Umweltinitiativen», Saratow,
13. Olga Pizunowa, «Partnerschaft für Entwicklung», Saratow,
14. Tamara Dobrezowa, Umweltgruppe âIm Namen des Lebensâ, Stadt Kostroma,
15. Alexej Kokorin, WWF â Russland, Moskau,
16. Katherina Tatarinowa, «Gesellschaft für Naturschutz der biologischen Fakultät der MGUâ, Moskau,
17. Olga Senowa, Umweltgruppe âFreunde des Baltikumsâ, St. Petersburg,
18. Ljudmilla Schirina, Umweltgruppe âBiolaâ, Brjansk,
19. Olga Podosenowa, «Umweltunion am Ural», âStadt Ekaterinburg,
20. Vitalij Servetnik, Umweltgruppe «Natur und Jugend », Murmansk,
21. Lars Haltbrekken, «Norges Naturvernforbund/Friends of the Earth Norway», Oslo Norway
22. Jean-Marie Matagne, Action des Citoyens pour le Désarmement Nucléaire (ACDN), France,
23. Alice Slater, Nuclear Age Peace Foundation, NY, USA,
24. Andre Bouny, International Committee for the
Support of Victims of Agent Orange (France)
25. Raymond Shadis, Executive Director, Earth Day Commitment/Friends of the Coast, Post Office Box 98, Endecomb, Maine 0455,
26. Takao Takahara, Peace Research Institute PRIME-Yokohama, Japan,
27. Sergej Schapchajew, Burjatische regionale Organisation für den Baikalsee, Ulan-Ude,
28. Galina Morosowa, Moskauer Ãkologische Föderation, Moskau,
29. Marina Sergejewa, Bezirksvereinigung Krasnodar der Allrussischen Gesellschaft für Naturschutz, Krasnodar,
30. Sergej Muchatschew, Tatarische Abteilung der Sozial-Ãkologischen Union, Kasan,
31. Arkadij Iwanow, Gruppe für den Schutz der Umwelt an der MGU, Moskau,
32. Vitalij Gorochow, Dr. der Chemie, Institut für Umwelt- und Rechtsfragen âÃkojurisâ, Moskau,
33.
Dmitrij Kaphzow, Ãkologische Wache im Nordkaukasus, Vereinigte Grüne
Alternative (GROSA â Russland), Sotschi, Gebiet Krasnodar
34. Sergej
Simak, Dr. der Biologie, Mitglied der Gesellschaftskammer des Gebietes
Samara, Ko-Vorsitzender der Internationalen Sozial-Ãkologischen Union,
Samara,
35. Elena Kruglilkowa, Ko-Vorsitzende der russischen Sozial-Ãkologischen Union, Moskau,
36. Andrej Margulew, "Union der gesellschaftlichen Umweltgruppenâ, Moskau
37. Aschat Kajumow, ökologisches Zentrum âDrontâ, Nischnij Nowgorod,
38. Tamara Belookaja, Dr. med., Belarussisches Komitee âDie Kinder von Tschernobylâ, Minsk, Belarus.,
39.
Tatjana Seliwanowskaja, ,verdiente Kulturschaffende der Russischen
Föderation, Mitglied der Redaktion der Zeitung der Grünen âBereginjaâ,
Stadt Nischnij Nowgorod,
40. Belugin Nikolaj, Regionale Umweltorganisation für Jugendliche âEtasâ
41. Wasil Jakowenko, Schriftsteller, Leiter der Belarussischen Sozial-Ãkologischen Union âTschernobylâ, Minsk,
42. N.O. Terechowa,,Komitee der Soldatenmütter des Gebietes Kostroma, Kostroma
43. Irina Resnikowa, Initiativgruppe âfür grüne Energie!â, Nerechta, Gebiet Kostroma
44. Andrej Rudomacha, "Ãkologische Wache im Nordkaukasus " (Majkop),
45. Anatolij Lebedew, Büro für regionale Gesellschaftskampagnen, BROK, Wladiwostok,
46. Nafisa Mingasowa,,Professorin an der KFU, Laborleiterin, Kasan,
47. Nelja Nigamatsjanova, Vorsitzende des Rates MOD "Bewegung gegen Krebs", Tscheljabinsk,
48. Elena Karmanowa, Mitglied der Jugendkammer der städtischen Duma von Tscheljabinsk,
49. Milja Kabirowa, NGO âTechaâ, Tscheljabinsk-Musljumowo,
50. Fatima Kobschasarowa, NGO âFatichaâ Tscheljabinsk
51.
Andrej Warlamow, Union für Vogelschutz, Russland, Regionale Organisation von Saratow
52. Rauf Sabitow, "Bergclub Schably-Manasâ, Stadt Taras, Kasachstan,
53. Tamara Sabitowa, NGO âZentrum Miracleâ, Stadt Taras, Kasachstan
54. Natalja Mansurowa, NGO âPlanet der Hoffnungâ, Stadt Osersk,
55.
Walerij Bulatow, Professor, Doktor der geologischen Wissenschaften,
Jugorsker Abteilung der geographischen Gesellschaft Russlands,
56. Andrej Solotkow, Regionale gesellschaftliche Umweltorganisation von Murmansk, âBellona-Murmanskâ
57. Gennadij Mingasow, âGrünes Kreuzâ im Bezirk Moskau,
58. Spiridonow S.N., Kostromer Bezirksorganisation âorthodoxe Gemeinschaftâ, Kostroma
59. Leslie Staudinger, Trustee, New England Coalition on Nuclear Pollution
60.
Anatolij Mamajew,, Gesellschaftliches Zentrum für die Nichtverbreitung
von spaltbarem Material, Geschlossene Stadt Schelesnogorsk,
61. Wladimir Desjatow, regionale Abteilung der Union âfür chemische Sicherheitâ, Komsomolsk am Amur,
Natalja
Mironowa aus Tscheljabinsk bittet Personen und Organisationen in
Deutschland, ebenfalls diesen Aufruf zu unterschreiben.
Schickt deswegen bitte eine kurze Mail in englischer oder russischer Sprache an Natalja:

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