SWR: Stuttgart/Neckarwestheim: Oettinger und Stoiber für längere AKW-Laufzeiten
SWR, 25.01.06
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> Oettinger und Stoiber für längere AKW-Laufzeiten
Die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg haben sich nach
ihrer gemeinsamen Kabinettssitzung für eine Laufzeitverlängerung von
Atomkraftwerken ausgesprochen. Der Energiekonzern EnBW will eine
Nutzungsverlängerung für das Kernkraftwerk Neckarwestheim I beantragen.
Edmund Stoiber (li) und Günther Oettinger vor dem Neuen Schloss in
Stuttgart (Quelle: dpa)
Edmund Stoiber (li) und Günther Oettinger in Stuttgart
Ein Sprecher der Energie Baden-Württemberg (EnBW) sagte, dass man auf
Anregung von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) alle notwendigen
rechtlichen Schritte unternehmen werde, "um den sicheren Betrieb des
Kernkraftwerks Neckarwestheim I über das Jahr 2009 hinaus zu verlängern".
Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) sagte dem Stromkonzern seine
Unterstützung zu
Die Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) und Edmund Stoiber (CSU)
begrüßten die Entscheidung der EnBW. Gleichzeitig bekräftigten sie in
Stuttgart, dass sie prinzipiell am Atomausstieg in Deutschland festhalten
möchten. Auf Bundesebene müsse jedoch mit der SPD sachlich, vernünftig
und unideologisch über wesentlich längere Laufzeiten für Atomkraftwerke
diskutiert werden.
Stoiber argumentierte, dass in anderen Ländern die Laufzeiten teilweise
von 40 auf 60 Jahre verlängert worden seien. Die Laufzeiten hier zu Lande
mit 32 Jahren festzulegen, sei willkürlich geschehen. Nach Oettingers
Ansicht ist eine Verlängerung notwendig, um Zeit für einen kräftigen
Ausbau der regenerativen Energie zu gewinnen.
Neckarwestheim soll 2008/2009 abgeschaltet werden
Das Atomkraftwerk Neckarwestheim I soll in zwei Jahren abgeschaltet
werden. Ministerpräsident Oettinger hatte angesichts der aktuellen
Preisentwicklungen bei Gas und Strom in den vergangenen Wochen wiederholt
längere Laufzeiten gefordert. Die Alternativen seien "französischer Strom
und russisches Gas", so Oettinger heute.
Über eine mögliche Laufzeitverlängerung muss das Bundesumweltministerium
unter Beteiligung des Bundeswirtschaftsministeriums und des Kanzleramtes
entscheiden. Das Atomkraftwerk Obrigheim (Neckar-Odenwald-Kreis) war
bereits im vergangenen Jahr stillgelegt worden.