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Im entscheidenden Moment erfährt der Bürger vom KIT: NICHTS

ka_0008.jpg(Informationen aus Karlsruhe) Weder in den lokalen noch überregionalen Zeitungen, noch auf der Homepage des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) wurden folgende wichtige Tatsachen erwähnt:

Wie die Online-Lobby-Seite „Nuklearforum Schweiz“ am 26.07.2013 berichtete, hat das KIT unter (Noch-) Vizepräsident Dr. Peter Fritz seinen Vertrag mit der AREVA-Nuklear-Professional-School (ANPS) um weitere fünf Jahre verlängert. Man muss dazu wissen, dass die AREVA ein französisches Staatsunternehmen ist, das als „Weltmarktführer“ international in atomrelevanten Bereichen wie Konstruktion, Planung und Bau von Atomkraftwerken, Wiederaufarbeitung und Fertigung von Brennelementen sowie im Uran-Abbau tätig ist. Mehr als 30% aller weltweit betriebenen Kernreaktoren haben Brennelemente von AREVA im Einsatz, an der Entwicklung der vierten AKW-Generation wird geforscht, auch am KIT.

 

Art und Zeitpunkt der Vertragsveröffentlichung werfen daher folgende Fragen auf:

1. Warum wurde als Zeitpunkt genau der Beginn der Sommerferien gewählt B etwa damit dem Vorgang möglichst wenig Beachtung geschenkt wird?

2. Warum wird dies nicht auf der KIT-Homepage oder in entsprechenden Print-Medien bekanntgegeben, während weitaus unwichtigere Themen teilweise wochenlang dort zu finden sind?

3. Warum wird das großteils ab Oktober neu zusammengesetzte KIT-Präsidium (ein neuer Präsident und zwei Vizepräsidenten werden benannt) mit dieser Vertragsverlängerung vor vollendete Tatsachen gestellt?

4. Welche Inhalte werden in der AREVA-School den Teilnehmern vermittelt und wer kontrolliert das?

5. Sind die Teilnehmer ausschließlich Studierende oder auch Mitarbeiter der Atomforschung betreibenden Institute am KIT? Gehören auch internationale Gastwissenschaftler zur Zielgruppe, und wenn ja – wer überwacht ein mögliches Proliferationsrisiko in Krisengebiete und Schwellenländer?

6. Gibt es Kooperationen zwischen der AREVA-School und dem Institut für Transurane auf dem KIT-Campus-Nord?

Dr. Peter Fritz wurde ein Jahr NACH seiner Ernennung zum KIT-Vizepräsidenten für „Forschung und Innovation“ auch einer der beiden Vizepräsidenten des „Deutschen Atomforums“, einer Lobby-Organisation der Atomwirtschaft. Welch ein Zufall: Der technische Geschäftsführer der deutschen AREVA-GmbH ist – wie schon sein Vorgänger – der andere Vizepräsident des „Deutschen Atomforums“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Die Kooperation zwischen der AREVA-Nuklear-Schule und dem KIT ist offensichtlich das `Ziehkind` von Atom-Lobbyisten - auch über diese Zusammenhänge wird die Öffentlichkeit vom KIT nicht informiert. Ebenso wenig erfährt sie von den großen Problemen, Gefahren und Risiken, die mit den weltweiten nuklearen Aktivitäten von AREVA einhergehen.

Wie bei diesem Filz mit der Atomwirtschaft der Interessenkonflikt zum beschlossenen Atomausstieg und zum Voranbringen der Energiewende gelöst werden soll, bleibt das Geheimnis des derzeitigen Präsidiums.

Da hilft auch kein „grünes Mäntelchen“ wie die an sich sinnvolle 1 MW Eigenstromsolaranlage und andere kleinere Erneuerbare Energien-Projekte, die kürzlich z. B. auf der KIT-Homepage bekanntgegeben wurden. Zu passender Zeit medial in den Vordergrund geschubst, werden die anderen Strukturen verdeckt…

Die wirklich wichtigen Themen und Zusammenhänge werden bei der derzeit praktizierten Öffentlichkeitsarbeit des KIT nicht ehrlich und transparent benannt, sondern es wird mit Desinformation und Halbwahrheiten operiert. Wem untersteht diese Abteilung? Dem Präsidium ...

Der nun am KIT ausscheidende Präsident Prof. Umbach ist auch weiterhin bei allen acht in der Energieforschung arbeitenden Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft (zu der auch das KIT als eines von insgesamt achtzehn Zentren gehört) als Koordinator für den gesamten Energieforschungsbereich zuständig. Er ist auch Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Gelten dort dieselben atomfreundlichen Filz- Kriterien wie zur Zeit am KIT?

Welche Auswirkungen wird all das auf die international agierende Atomwirtschaft haben, die ständig neue Absatzmärkte erschließen möchte?

„Mach deine Idee zum Produkt“, so lautet ein aktueller Werbespruch des KIT - Wie weit ist die vorkommerzielle Produktion z.B. der vierten Generation von Atomkraftwerken und den zugehörigen Brennelementen am KIT bzw. ITU schon vorangeschritten?

Wieviele und welche Institute arbeiten direkt oder indirekt in der Atomforschung?

Wie und an wen werden Patente und Lizenzen aus diesen Bereichen erteilt und gehandhabt, vor allem im Hinblick auf internationale Kooperationen?

Soll aus einer einst renommierten Universität der Dienstleister einer „Atomschmiede“ werden?

Die AREVA-Nuklear-Schule sowie internationale, meist mehrtägige Konferenzen, an denen das KIT maßgeblich beteiligt ist (wie zuletzt die ACTINIDES, vom 21.-26. Juli in Karlsruhe) sind auch die Drehscheiben für den „atomaren Wissenstransfer“ Werden so die Begehrlichkeiten (auch von nuklearen Neueinsteigerstaaten) nicht erst richtig angeheizt, um damit einen weiteren „Absatzmarkt“ für Atomtechnik zu schaffen?

Wie kann dieser „atomare Wissenstransfer“ angesichts von Fukushima sowie den weltweiten Spannungen und teilweise latenten Kriegsgefahren verantwortet werden?

Anstatt weiterhin die Atomwirtschaft zu unterstützen, sollten endlich auch die Gelder aus der Atomforschung in für Gesellschaft, nachfolgende Generationen und Umwelt wirklich sinnvolle Energieformen umgewidmet werden. Einige kleinere Eneuerbare-Energien-Projekte reichen nicht aus. Die großen Finanzströme fließen am KIT noch zu oft in die falsche Richtung. Glaubwürdigkeit sieht anders aus und sollte an einer seriösen wissenschaftlichen Einrichtung unbedingt wieder hergestellt werden.

Die erste KIT-Amtszeit von Dr. Fritz endet im Oktober – wer wird dann diese wichtige Position für „Forschung und Innovation“ besetzen? Werden diesmal VORHER die Verstrickungen mit der Atomwirtschaft und –lobby beleuchtet und berücksichtigt? Vier Jahre und EIN böses Erwachen sind genug. Eine Fortsetzung im Stil der letzten vier Jahre sollte dem KIT, den Studenten, der (steuerzahlenden) Gesellschaft und vor allem der Weltgemeinschaft erspart bleiben.

(Autor dem Aktionsbündnis bekannt)

http://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/e-bulletin/areva-nuclear-school-wird-fortgesetzt