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ImageDie Aufnahme des Betriebes der Verglasungs-Anlage (VEK) in der stillgelegten 'Wiederaufarbeitungs-Anlage' Karlsruhe verzögert sich nach einem Bericht auf ka-news.de vom 06.10.07 weiter. Die Verglasungs-Anlage soll nun in der ersten Jahreshälfte 2008 in Betrieb genommen werden und dann in rund eineinhalb Jahren den flüssigen hochaktiven Atommüll zu Glaskokillen verarbeiten.
Damit wird der erwartete Abtransport der fünf Atommüll-Behälter mit den Glaskokillen in das Zwischenlager Nord bei Greifswald-Lubmin frühestens Mitte 2009 erfolgen.

In den nächsten Wochen ist jedoch vorgesehen, eine vollständige "kalte Beladung" eines CASTOR-Behälters einschließlich der "Hantierung" auf dem WAK-Gelände, Abtransport nach Greifswald und "Hantierung" im Zwischenlager Nord in Lubmin durchzuführen. Die Vorbereitungen zu diesem Transport laufen offensichtlich schon.



Bis heute lagern 60 Kubikmeter hochradioaktive "Atomsuppe" im Hardtwald bei Karlsruhe


Über die stillgelegte 'Wiederaufarbeitungs-Anlage' Karlsruhe (WAK) berichtet ka-news.de am 06.10.07 rückblickend: "Die WAK wurde in den Jahren 1967 bis 1970 für Voruntersuchungen zur kommerziellen Wiederaufarbeitung abgebrannter Kernbrennstoffe in der damals noch geplanten Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) Wackersdorf gebaut. Bis 1990 wurde auf dem Gelände im Hardtwald etwa 200 Tonnen radioaktiver Brennelemente aus bundesdeutschen Versuchsanlagen und Atomkraftwerken aufgearbeitet; vergleichbare Anlagen gibt es in Europa nur noch in Sellafield in England und im französischen La Hague." "Als die WAA Anfang der 90er Jahre politisch 'beerdigt' wurde, war auch das Ende der WAK besiegelt. Am 30. Juni 1991 wurde ihr Betrieb eingestellt. Seither wird am Rückbau gearbeitet." Auf ka-news.de wird weiter ausgeführt: "Aufgrund der Entscheidung gegen die WAA blieben die Forschungsergebnisse zwar ungenutzt, aber nicht folgenlos: Bis heute werden auf dem Gelände rund 60.000 Liter 'High Active Waste Concentrate' ('HAWC') gelagert: vor allem in Salpeter[säure] gelöste Abbrandprodukte und nicht abgetrenntes Plutonium (zirka 16 Kilogram) und Uran (zirka 500 Kilogramm). Da diese hochradioaktive Atomsuppe selbsterhitzend und hoch explosiv ist, muss sie ständig gekühlt und umgewälzt werden und erzeugt somit weiterhin Kosten."


"Heißer Betrieb" der Atommüll-Verglasung ab 2008?

"Diese gefährliche Hinterlassenschaft muss nun in einer eigens dafür gebauten Anlage verglast werden", wird auf ka-news.de festgestellt. "Geplanter Starttermin für die Verglasung war 2006. Doch der Beginn hat sich immer wieder verzögert, und auch dadurch wachsen die Kosten weiter, wie das Umweltministerium auf Anfrage von Franz Untersteller (B90/Grüne) bereits im Frühjahr bestätigte. Auf Anfrage von ka-news nannte Peter Schira, Pressesprecher der WAK GmbH, die erste Jahreshälfte 2008 als voraussichtlichen Starttermin für die heiße Betriebsphase." "Doch auch dieser Termins steht unter dem Vorbehalt der rechtzeitigen zweiten Teilbetriebsgenehmigung durch das baden-württembergische Umweltministerium, wie Schira" gegenüber ka-news.de "erklärt. Die technischen Voraussetzungen der heißen Inbetriebnahme der Verglaungsanlage seien aber durch die
'erfolgreiche Durchführung des kalten Verbundbetriebs sichergestellt'. Nach Abschluss der rund eineinhalb Jahre dauernden Phase der Verglasung soll der Abfall mit fünf Castoren ins Zwischenlager Greifswald-Lubmin transportiert
werden. 2014 soll dann mit dem Endziel 'Grüne Wiese' der Rückbau abgeschlossen sein."

ka-news.de: "Die Atomindustrie ist längst aus dem Schneider"

Auf ka-news.de wird weiter mitgeteilt: "Die Zeche zahlt vor allem der Steuerzahler. Die Träger der WAK - Bund, Land und die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen - hatten zur Finanzierung des Rückbaus einen Fonds in Höhe von 1,9 Milliarden DM eingerichtet. Der aber ist längst aufgebraucht; die bislang entstandenen Kosten beziffert Schira auf Anfrage mit 1,1 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten bis 2014 schätzt man bei der WAK heute auf 2,3 Milliarden Euro." "Genau hier setzte schon im vergangenen Jahr die Kritik des BdSt [Bundes der Steuerzahler] an: Die WAK Rückbau- und Entsorgungsgesellschaft wird zu 91,8 Prozent vom Bund, zu 8,2 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert - der Anteil der Atomwirtschaft wurde einst auf eine Milliarde DM gedeckelt." Fazit laut
ka-news.de: "Die Verursacher des Abfalls sind am Anstieg der Kosten für dessen Entsorgung also nicht mehr beteiligt."

Fast ausschließlich Ereignisse der untersten Sicherheitsstufe - aber "Mängel in der Sicherheitskultur"

"Was die Wächter über den verantwortungsbewussten Umgang mit Steurgeldern nicht beanstanden, die in Nachbarschaft zur WAK lebenden Karlsruher dennoch interessieren dürfte: die Anlage ist nicht nur im Schwarzbuch des BdSt prominent gelistet." Auf ka-news.de wird dazu informiert: "Die Jahresberichte des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verzeichnen seit Berichtsbeginn im Jahre 1999 205 'meldepflichtige Ereignisse' beim Rückbau
der WAK." "In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle handelte es sich aber um Ereignisse der niedrigsten Stufe 0, also um Vorfälle von 'kleiner oder sehr geringer sicherheitstechnischer Bedeutung'. Nur zwei Ereignisse wurden der
Stufe 1 ('Störung: Abweichung von den zulässigen Bereichen für den sicheren Betrieb der Anlage'), nur eines der Stufe 2 ('Störfall: Erhebliche Kontamination - Unzulässig hohe Strahlenexposition beim Personal')
zugeordnet: der Plutoniumdiebstahl von 2000, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte."

"Doch im Zusammenhang mit radioaktiver Strahlung kommt es auch nicht unbedingt auf die Anzahl der 'Ereignisse' an, sondern auf ihr Zustandekommen." Auf ka-news.de wird dazu ein Beispiel angeführt: "Zu einem Stufe 1-Vorfall vom 23. März 1999, bei dem mehrere WAK-Mitarbeiter radioaktive Strahlung 'inkorporierten', heißt es, die Einstufung sei erfolgt 'unter Hinweis auf Mängel in der Sicherheitskultur, da eine Häufung menschlicher Fehler durch alle beteiligten hierarchischen Organisationsebenen vorlag'."

Unbestrahlte Brennelemente wurden "versehentlich" als Schrott entsorgt

"Über ein besonders pikantes Beispiel für 'Mängel in der Sicherheitskultur' berichtete", laut dem Artikel auf ka-news.de, "die Berliner 'Tageszeitung' ('taz') am 28. Juli 2001: Der 'taz' zufolge wurde nach der Stilllegungsverfügung bei einer Bestandsprüfung festgestellt, dass 37 unbestrahlte Brennelemente fehlten. Die WAK musste einräumen, dass diese mehrheitlich schon zehn Jahre zuvor 'versehentlich als Schrott entsorgt' worden waren. Mehrheitlich. Der Verbleib von drei Brennelementen blieb laut 'taz' ungeklärt"...

- Art. bei KA-news: http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=de2007104-2704K

"Kalthantierung" / Leer-Transport nach Lubmin in den nächsten Wochen

[...] Derzeit werden auch die Fragen des Abtransportes und der Zwischenlagerung der CASTOR-Behälter abschließend geklärt. Noch in 2007 ist vorgesehen, eine vollständige kalte Beladung eines CASTOR-Behälters einschließlich der Hantierung auf dem VEK-Gelände, Abtransport nach Greifswald und Hantierung im Zwischenlager Nord der EWN durchzuführen. Hierzu laufen die Vorbereitungen [...] (Auch nach den dem Aktionsbündnis vorliegenden Informationen... Anm.).

(aus http://www.wak-gmbh.de/nachrichten/2007/august.html )


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Seit 50 Jahren: Atomare Helfershelfer
Kernforschungszentrum Karlsruhe