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Entega-Kunstausstellung in Stuttgart

Image"Eine Ausstellung, die aufgreift, was die Gesellschaft zusammen mit dem Atommüll endlagern wird – Überzeugungen, Träume, Allmachtsphantasien, Ängste, Errungenschaften und Katastrophen". Die EnBW-Stadt Stuttgart ist sicher ein guter Ort für diese vom Stromanbieter Entega finanzierten Ausstellung. Die Ausstellung und das Programm sind spannend im Blick auf die Auseinandersetzungen um die Atomkraft und die Energiepolitik - und auch im Blick auf die Diskussion darüber, was es heißt, wenn die Anti-AKW-Bewegung zum Gegenstand von Kunstausstellungen wird.
Im Artikel das Programm zur Ausstellung. Veranstaltungen im Café Endlager:

Montag, 26. April 2010, 20.30 Uhr
Lesung "Tschernobyl" mit Julia Hummer und Nikolai Kinski
Für das Buch "Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft" hat die Autorin Swetlana Alexijewitsch über mehrere Jahre mit Menschen gesprochen, für die die Katastrophe von Tschernobyl zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Entstanden sind eindringliche psychologische Portraits von Menschen, die sich ihre Zukunft in einer Welt der Toten aufbauen mussten. Gelesen werden ausgesuchte Textstellen von den Schauspielern Nikolai Kinski und Julia Hummer, als Vertreter einer Generation, deren kollektive Prägung durch die Katastrophe im Gegensatz zu den existentiellen Veränderungen der Lebensumstände der in den Texten portraitierten Personen steht. Musikalisch wird die Lesung begleitet von Moritz Wolpert, der zu diesem Anlass sein selbstgebautes Multifunktionsinstrument "Heckeshorn" erklingen lässt.

Dienstag, 27. April 2010, 20.00 Uhr
Streitgespräch "Ablagern, verlagern, belagern - eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Atomdebatte"
Die Problematik der Endlagerung hochradioaktiven Atommülls bleibt weiter ungelöst - und dies, obwohl die Frage nach der Laufzeitverlängerung von AKW's nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels hoch aktuell ist. Atomkraft scheint CO2-arm, sicher und günstig, behaupten die Befürworter. Unfälle, fehlende Lagerstätten, gefährliche Transporte und die Gefahren durch Proliferation werden bei den Debatten jedoch selten sachlich diskutiert. Im Streitgespräch "Endlager" trifft Wolfram König, Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz auf Stefan Dietrich, verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik bei der FAZ. König, "Hausherr" des Atommülllagers Asse, steht für eine offene Kommunikationspolitik der Risiken des nuklearen Abfalls. Dietrich befasste sich in zahlreichen Artikeln mit den verschiedenen Aspekten der Atomproblematik und gilt als Atomkraft-Befürworter. Die Moderation übernimmt Dagmar Dehmer, Politredakteurin und Umweltexpertin beim Tagesspiegel.

Samstag, 1. Mai 2010, 19.30 Uhr
Atomwahnsinn - ein Abend mit dem Atomphysiker Hans Peter Dürr
Das heutige Welt- und Menschenbild ist noch immer geprägt von den Denkweisen des 19. Jahrhunderts. Der Träger des Alternativen Nobelpreises und ehemaliger geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Institutes in München Hans Peter Dürr begann seine Karriere an der University of California in Berkeley bei Edward Teller, dem Vater der Wasserstoffbombe, und arbeitete später als wissenschaftlicher Mitarbeiter unter Werner Heisenberg. Der konstruktiv-kritische Querdenker fordert eine radikale und tiefgreifende Neuorientierung der Gesellschaft und neue Ansätze im Ungang mit der nuklearen Kraft.

Freitag, 7. Mai 2010, 19.30 Uhr
ZintStoff - Geschichten vom Widerstand mit Günter Zint
Der Gorleben-Protest erzeugte ein Gefühl, das die gesamte Republik durchdrungen hat. Die Bilder zu diesem Gefühl stammen von Günter Zint. 1941 in Fulda geboren, machte Zint zunächst eine Ausbildung bei der DPA zum Pressefotografen. In den 60er Jahren gründete er die St. Pauli-Nachrichten und mischte den Kiez mit seinen Bildreportagen auf. Später wirkte er als Aktivist und Fotograf in der Anti-Atomkraft Bewegung an vorderster Front. Seine Dokumentationen brachten ihm mehrfach Prozesse und Hausdurchsuchungen ein. An einem sehr persönlichen Abend im Café Endlager zeigt Günter Zint seine Bilder und erzählt von Blockaden, Wasserwerfern und Aktivistinnen in Strickmützen.

Filmabende im Café Endlager

Mittwoch, 28. April 2010, 20:30 Uhr
Sonnensucher

Spielfilm DDR 1958, 111 Minuten, von Konrad Wolf mit Ulrike Germer, Günther Simon, Erwin Geschonneck
Der DEFA-Film Sonnensucher von Konrad Wolf kam auf Grund seiner kritischen Darstellung des Uranbergbaus der DDR erst Jahrzehnte später in die Kinos. Der mutige Film thematisiert die Konflikte zwischen der sowjetischen Betriebsleitung und den deutschen Arbeitern und Kommunisten, von denen viele unfreiwillig zum Arbeitsdienst einberufen worden sind.

Donnerstag, 29, April 2010, 20:30 Uhr
Am Tag als Bobby Ewing starb

Spielfilm Deutschland 2005, 92 Minuten, von Lars Jessen mit Peter Lohmeyer, Gabriela Maria Schmeide, Franz Dinda, Luisa Helm
Deutschland 1986 - Die Protestbewegung gegen den Bau des Atomkraftwerks in Brokdorf ist in den letzten Zügen. Nur eine letzte Landkommune ist übrig geblieben, die sich im routinierten Widerstand gegen das Atomkraftwerk eingerichtet hat und dabei ihre politischen Ideale allmählich überlebt. Die Geschichte kulminiert in der Katastrophe von Tschernobyl und den heute absurd anmutenden Sicherheitsvorkehrungen, mit denen man sich gegen mögliche Strahlungen zu schützen versuchte.

Freitag, 30. April 2010, 20:30 Uhr
The Atomic Cafe

Dokumentarfilm USA 1982, 88 Minuten, Regie Jayne Loader, Kevin Rafferty, Pierce Rafferty
The Atomic Café verwebt Bildungs-, Werbe- und Propagandafilme mit Nachrichtensendungen der eineinhalb Jahrzehnte nach dem ersten Abwurf einer Atombombe über Hiroshima. Der Trinity-Test und das Bikini-Atoll kommen in der fulminanten Collage ebenso zur Sprache wie Interviews mit Beobachtern und Versuchsteilnehmern verschiedener Atombombentests.

Sonntag, 2. Mai 2010, 20:30 Uhr
The China Syndrome

Spielfilm, USA 1979, 117 Minuten, Regie James Bridges, mit Jane Fonda, Jack Lemmon, Michael Douglas
China-Syndrom gehört zu den Meilensteilen der kritischen Auseinandersetzung mit der Nutzung der Kernenergie im amerikanischen Kino. In dem Film wird ein fiktiver Störfall in einem Kernkraftwerk beschrieben, dessen Ursache sowohl in technischem als auch menschlichem Versagen wurzelt.

Montag, 3. mai 2010, 20:30 Uhr
Dark Circle

Dokumentarfilm, USA 1982, 82 Minuten von Chris Beaver und Judy Irving
Dark Circle zeigt das volle Spektrum der gesellschaftlichen Auswirkungen des Atomzeitalters. Die Dokumentation verschiedener Stadien der Nutzung von Plutonium - von einer Waffenfabrik in Colorado über ein Atomkraftwerk in Kalifornien bis zu Hiroshima und Nagasaki - stehen persönlichen Geschichten über allgegenwärtigen Einfluss nuklearer Energie und nuklearer Waffen gegenüber.

Dienstag, 4. Mai 2010, 20:30 Uhr
Stalker

Spielfilm, UdSSR 1970, Regie Andrei Tarkowski
Mit Alexander Kajdanowske, Alissa Freijndlich, Natasha Abramowa

Auf der Grundlage des Romans Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugazki hat Tarkowski mit "Stalker" ein Werk geschaffen, das zu den Klassikern des sowjetischen Kinos und des Science-Fiction-Genres überhaupt gehört. In einer postapokalyptischen Welt geschehen seltsame Dinge und rätselhafte Ereignisse in einer lediglich als "Zone" bezeichneten Stadt. Nicht umsonst bezieht sich das verstörende Video Game "S.T.A.L.K.E.R. : Shadow of Chernobyl" auf den ebenso verstörenden Film.


Café Endlager
www.entega.de
26. April - 09. Mai 2010
Eberhardstraße 65, 70173 Stuttgart
Täglich geöffnet von 12 - 22 Uhr
Der Eintritt ist frei