Drucken

„Riss-Reaktor abschalten bevor es kracht!“

b_215_215_16777215_00_images_stories_akt20_200708-gkn-risse.jpgUntersuchungen im AKW Neckarwestheim II haben bereits im September 2019 zum dritten Mal in Folge Schäden in den Dampferzeugern aufgedeckt. Fast 300 Rohre weisen zum Teil tiefgehende Risse auf. Expert*innen warnen, dass ein Bruch der Rohre einen Störfall bis hin zur Kernschmelze auslösen könnte. Trotzdem hatte das Umweltministerium in Stuttgart den Reaktor - wie schon nach den Rissfunden im Herbst 2018 - wieder ans Netz gelassen. Am 19. Juni begann EnBW trotz Corona mit der "Revision" des AKW.
Mit Beginn der Revision haben der BUND Baden-Württemberg, der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. (BBMN) und die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt bei einer Pressekonferenz den Antrag auf Austausch wesentlicher Bauteile des AKWs Neckarwestheim ans Umweltministerium Baden-Württemberg vorgestellt.
Nach Informationen der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt haben sich auch in den vergangenen Monaten neue Risse in den Dampferzeuger-Heizrohren gebildet. Das ist das Ergebnis der aktuellen Riss-Untersuchungen, über die weder EnBW noch das Umweltministerium bisher öffentlich informiert haben. Atomkraftgegner*innen fordern „Riss-Reaktor abschalten, bevor es kracht“ und projizierten in der Nacht auf Mittwoch 8.7.20 einen gigantischen, wachsenden Riss auf die Reaktorkuppel. Hierzu die gemeinsame Presseerklärung der Anti-Atom-Initiativen vom 8.Juli:

Wieder neue Risse im AKW Neckarwestheim II

Schadensmechanismus immer noch aktiv / AKW läuft seit Jahren illegal im Störungsmodus / Atomkraftgegner projizieren großen Riss auf die Reaktorkuppel: „Riss-Reaktor abschalten bevor es kracht!“

Fotos und Videos des wachsenden Risses auf der Reaktorkuppel finden Sie unter:
https://cloud.ausgestrahlt.de/index.php/s/PmdsY94oZfPQGKF

Die Fotos und Videos sind honorarfrei verwendbar.

Im AKW Neckarwestheim II haben sich nach Informationen der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt auch in den vergangenen Monaten neue Risse in den Dampferzeuger-Heizrohren gebildet. Das ist das Ergebnis der aktuellen Riss-Untersuchungen, über die weder EnBW noch das Umweltministerium bisher öffentlich informiert haben. Atomkraftgegner fordern „Riss-Reaktor abschalten, bevor es kracht“ und projizierten in der Nacht auf Mittwoch einen gigantischen, wachsenden Riss auf die Reaktorkuppel. Hierzu erklären F. Wagner vom BBMN, S. Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg und A. Simon von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die erneuten Rissfunde belegen, dass das AKW Neckarwestheim II so nicht sicher betrieben werden kann. Die Dampferzeuger sind irreparabel vorgeschädigt, deshalb kann nichts mehr das Risswachstum stoppen. Erst vor wenigen Monaten hat die Reaktorsicherheitskommission ausdrücklich gewarnt, dass solche Risse jederzeit auch sehr schnell wachsen können. Reißt auch nur ein einziges der mehr als 16.000 Heizrohre ab, ist das bereits ein komplizierter Kühlmittelverluststörfall, der sich bei weiteren Schäden bis zum Super-GAU entwickeln kann.

Seit 2018 ist bekannt, dass der Reaktor im gestörten Betrieb ist. Damals wurden die ersten Risse entdeckt. Bis heute sind die vorgeschädigten Dampferzeuger nicht ausgetauscht worden. Ein AKW in einem derart gestörten Zustand weiter zu betreiben, widerspricht nicht nur dem deutschen Kerntechnischen Regelwerk, sondern missachtet auch international geltende Sicherheitsstandards. Das AKW hätte bereits 2018 nicht mehr ans Netz gedurft.

Was muss noch passieren, bis Umweltminister Untersteller (Grüne) dem Riss-Reaktor endlich den Stecker zieht? Die Atomaufsicht muss eine Wiederinbetriebnahme ohne vorherigen Austausch aller vier defekten Dampferzeuger untersagen. Wann greift Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) ein und stoppt die Flickschusterei von EnBW in Neckarwestheim?“

 


Alle Infos zur Kampagne und der Antrag finden sich unter anderem hier auf der Seite von .ausgestrahlt