Multithumb found errors on this page:

There was a problem loading image http://neckarwestheim.antiatom.net/images/stories/akt06/strauss.jpg
There was a problem loading image http://neckarwestheim.antiatom.net/images/stories/akt06/strauss.jpg
Kernforschungszentrum Karlsruhe

ImageIm Juli 1956 gründete der Bundesminister für Atomfragen, Franz Josef Strauß, das Kernforschungszentrum Karlsruhe. Ein Politiker, der sogar die Atombombe für Deutschland wollte und gegen die Ratifizierung des Atomwaffensperrvertrages durch Deutschland war. Gern greifen wir das aktuelle Motto des Kernforschungszentrums Karlsruhe auf: "Entdecken, was dahinter steckt!" Denn der Gründungsauftrag blieb bis heute Programm: Atomare Erfüllungsgehilfen im Auftrag der Politik und vor allen Dingen der Atomindustrie. Kein einziger Forschungsbereich befasst sich mit umweltfreundlichen und regenerativen Energien.
* Dies belegt die gesamte Geschichte des Kernforschungszentrums. Bereits im April 1960 wurde die Projektgruppe "Schneller Brüter" gegründet. 1961 erfolgte die erste Inbetriebnahme eines sog. Forschungsreaktors, sprich eines Atomkraftwerkes im Kleinformat. Dies zu einer Zeit, als Politik und Atomindustrie noch vom Jahrhundert des Atomzeitalters träumten und über 100 Atomkraftwerke in Deutschland bauen wollten.
* Das Kernforschungszentrum war bei allen zentralen Projekten der Atom-industrie vorneweg mit dabei. Auch bei der Errichtung einer sog. "Wieder-aufbereitungsanlage (WAA) für Versuchszwecke" auf dem Gelände des Kernforschungszentrums im Jahre 1971. Die in Bayern geplante deutsche "Wiederaufarbeitungsanlage", besser Plutomiumfabrik genannt, scheiterte in den 80er Jahren am Widerstand der Anti-AKW-Bewegung und konnte nicht gebaut werden. Die WAA im Kernforschungszentrum war dagegen bis 1990 in Betrieb und ist der Grund dafür, warum auf dem Gelände des Kernforschungszentrums 80 Tonnen hochgiftiger und hochradioaktiver Ab-fall lagern. Diese "Atomsuppe" muß fortwährend umgerührt werden, damit sie nicht kritisch wird. Die hochradioaktiven Brennstäbe dazu stammen u. a. aus den Atomkraftwerken in Neckarwestheim und Phillipsburg. Die 80000 Liter Atomabfall enthalten 16,5 kg Plutonium und 500 kg Uran. Ra-dioaktive Strahlung für hunderttausende von Jahren!
* Die Kosten für die Entsorgung des hochradioaktiven Abfalls lagen ur-sprünglich bei 1,1 Milliarden Euro. Die Hälfte davon sollte die Industrie zahlen, der Rest wiederum aus Steuergeldern kommen. Nun haben sich die Kosten auf mindestens 2,2 Milliarden verdoppelt, die Mehrkosten zah-len allein die Steuerzahler. Soweit ein Beispiel zum Thema billiger Atom-strom. Für die gesamte Entsorgung ist sowieso der Staat zuständig.
* Es gab zahlreiche Skandale im Zusammenhang mit dem Bau der Ver-glasungsanlage durch radioaktive Verstrahlungen und dem Diebstahl von Plutonium. Kritik an der Kostenexplosion und Zweifel an der Zu-verlässigkeit der Betreiber. Deshalb wurde die atomare Wiederaufbe-reitungsanlage zum 1. Januar 2006 von der bundeseigenen Firma Energiewerke Nord übernommen.


Umweltfreundliche Zukunftsforschungen?

"Seit Anfang 1994 ist das Aufgabenspektrum des Forschungszentrums in zwei Geschäftsbreiche unterteilt. Der Bereich "Forschung" orientiert sich an umweltschonenden Hochtechnologien. Im zweiten eigenständigen Bereich "Stilllegung nuklearer Anlagen" sind die Arbeiten zur Stilllegung und zum Rückbau kerntechnischer Anlagen sowie zur Behandlung radioaktiver Abfälle zusammengefasst." (Eigenwerbung)

Kein einziger Forschungsbereich befasst sich mit umweltfreundlichen und regenerativen Energien. Warum wird in Karlsruhe nicht längst eine zukunftsweisende Grundlagenforschung beispielsweise zur Fotovoltaik gemacht, um das Sonnenlicht noch besser in elektrische Energie umsetzen zu können?
Nein, 3800 Beschäftigte, davon 1400 Wissenschaftler mit einem Jahresetat von weit über 300 Millionen Euro sind auch zukünftig lieber mit der Kernfusion beschäftigt. Befassen sich stattdessen mit "wesentlichen Systemen und Kom-ponenten für ITER", einer weiteren Großtechnologie zur Fortführung der atomaren Erzeugung von Strom.

Die Zukunft der Strom- und Energieerzeugung besteht nicht in Form der Weiterführung von technisch nicht beherrschbaren, gefährlichen und uneffektiven Kraftwerken. Regenerative Energien sind dezentral und effektiv. Das Kernforschungszentrum Karlsruhe leistet dazu keinen Beitrag, sondern verschleudert Steuergelder für Steinzeittechnologien in Form von Unterstützungsforschung für Atom- und andere Großkraftwerke.

Gegenöffentlichkeitsaktion am Kernforschungszentrum Karlsruhe
während des "Tags der öffenen Tür"
Samstag, 23.09.06, 13.30 - 17.00 Uhr

Mehr Infos:
- Arbeitskries gegen das AKW Philippsburg: Atommüll-Verglasungsanlage im Hardtwald
- Website des Kernforschungszentrums www.fzk.de