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Gegen Laufzeitverlängerungen und CASTOR-Transporte!

Image Mehr als 500 Menschen fordern in Biblis endgültige Abschaltung der pannenträchtigen Uralt-Reaktoren. Auch Beteiligung der Einwohner von Biblis. Abschlusskundgebung vor dem Tor des AKW von der Polizei toleriert.
(Presseerklärung der Südwest-Initiativen vom 4.11., einige Bilder & l(neu) ink zu einem Video)
Heute haben mehr als 500 Menschen auf dem Kirchplatz in Biblis und vor dem Tor des AKW gegen die vom Energiekonzern RWE beantragte Laufzeitverlängerung des AKW Biblis und für die Nutzung regenerativer Energien demonstriert. Im Unterschied zu vorigen Demonstrationen waren auch Einwohner aus Biblis selbst gekommen.
In der Verfügung zur Demonstration hatte das Ordnungsamt Biblis gefordert, aus Sicherheitsgründen die Abschlusskundgebung auf den Parkplatz vor dem AKW zu verlegen. Als sich immer mehr DemonstrantInnen direkt vor dem Tor versammelten und am Tor ein Transparent aufgehängt wurde, verzichtete die Polizei auf ein Einschreiten. "Der friedliche Ablauf der Demonstration auch direkt vor
dem Tor zeigt, dass die Gefahrenprognose der Polizei durchweg falsch war", so eine Sprecherin der Organisatoren.
In seinem Redebeitrag erinnerte Axel Mayer, Regionalgeschäftsführer des BUND-Regionalverbands Südlicher Oberrhein, den hessischen Ministerpräsidenten Koch an die noch immer vorhandene Radioaktivität der Tschernobyl-Katastrophe: "Pilze haben ein längeres Gedächtnis als Politiker".
Die kaum noch zählbaren Pannen und Unfälle in Biblis waren Thema von Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt in Wiesbaden. "Diese Schrottreaktoren gehören abgeschaltet, sofort und ohne jeden Kompromiss."
Markus Pflüger von der Stop Bure Gruppe Trier wies auf die europäische Dimension des im lothringischen Bure geplanten Atommüll-Endlagers hin. Er rief dazu auf, sich an den Protesten im dortigen Widerstandshaus zu beteiligen, um ein Endlager an diesem ungeeigneten Standort zu
verhindern.
Henrik Paulitz, Fachreferent für Energie der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) machte deutlich, dass die Zukunft der Energieversorgung dezentral sei. "Mit jedem Windpark und mit jeder Solaranlage sinkt die Abhängigkeit von Erdöl-, Erdgas- und auch von Uran-Importen. Die dezentrale Energieversorgung ist der Kern einer Wirtschaftspolitik, die zu einem breit verteilten Wohlstand für alle führen wird."
Sabine Leidig, Bundesgschäftsführerin von attac, erläutete, dass die weitere Nutzung der Atomenergie auch von den "G8", den acht "führenden" Industrienationen, gefördert werde. "Die G8 debattieren nur über die Sicherung fossiler Rohstoffe und heizen die globale Unsicherheit und Ungerechtigkeit weiter an. Sie sind keine Lösung, sondern Teil des Problems." Statt dessen sei der massive Ausbau erneuerbarer Energien, verbunden mit Energieeinsparung und einer globalen CO2-Steuer, die einzig sinnvolle Alternative.
Herr Scheffbuch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz kritisierte den Pannenreaktor Biblis, in dem nicht einmal wichtige Dübel korrekt montiert seien. Niemand könne in den anderen deutschen AKW solchen Pfusch ausschließen: "Wir fordern in einem offenen Brief an Umweltminister Gabriel, dass auch alle anderen deutschen AKW auf falsch montierte Komponenten geprüft werden."
Erhard Renz vom "Sonnenfleck" aus Bürstadt veranschaulichte mit dem mitgebrachten Amiga-Computer plastisch den Stand der Steuerungstechnik im AKW Biblis.
Dieter Metk von der BI Lüchow-Dannenberg im Wendland betonte, dass es nie ein sicheres Atommüll-Endlager geben könne. "Jeden Tag fließen 12.000 Liter Wasser in das Atommüll-Lager "Asse II" bei Braunschweig, und keiner weiß woher. Sieht so die "Sichere Endlagerung" aus?" Er rief dazu auf, beim am kommenden Wochenende anstehenden CASTOR-Transport zu protestieren: "Protestiert. Demonstriert. Auf der Schiene. An den Bahnhöfen!"

Der diesjährige CASTOR-Transport wird am 11. November gegen 14:30 Uhr an der deutsch-französischen Grenze im pfälzischen Wörth erwartet.




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