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EnBW - Jahreshauptversammlung am Tschernobyl - Jahrestag

Image Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) ist wie kein anderer Energiekonzern in der Bundesrepublik vom Stromgeschäft abhängig. Von den 13,2 Milliarden des Konzernumsatzes entfallen 9,6 Milliarden auf den Stromsektor. Von diesem Geschäftsfeld hängt das Überleben des gesamten Konzerns ab. Im Jahr 2000 hat der Konzernchef Utz Claassen den Atomkonsens mit dem Atomausstieg in Raten unterschrieben. Jetzt, wo es mit dem Stilllegen ernst wird, will er davon nichts mehr wissen. Aus gutem Grund, oder er muss vorher den Absprung schaffen.

Die EnBW hat bundesweit mit fast 60% den höchsten Atomstromanteil der vier Energiekonzerne. Sie betreibt jeweils zwei Atomkraftwerke in Neckarwestheim und in Philippsburg. Anstatt nun, wie von Claassen mit vereinbart, das Atomkraftwerk GKN I in Neckarwestheim spätestens im Jahr 2009 abzuschalten, will er dessen Laufzeit bis zum Jahr 2017 verlängern. Dies widerspricht dem Atomkonsens, einen Rechtsanspruch hat die EnBW darauf nicht. Und im Jahr 2012 wird Philippsburg I abgeschaltet, spätestens dann steht der Konzern vor einer Existenzfrage.

Vom Umsatz her ist die EnBW der Zwerg unter den Energiekonzernen im Stromgeschäft: Im Jahr 2006 produzierte EON 640 Milliarden Kilowattstunden, RWE 362 und Vattenfall 200. Abgeschlagen mit 107 folgt die EnBW. Die EnBW hat im Vergleich zu den anderen Konzernen auch sonst schlechte Karten. Mit vorwiegend alten Kohlekraftwerken wird der restliche Strom erzeugt.

Utz Claassen, der Meister im Blenden

- Das Ergebnis vor Steuern im Jahr 2006 mit 1,18 Milliarden Euro, so gibt er ja selber zu, ist überwiegend auf das im Jahr 2003 gestartete Einsparprogramm „Topfit“ zurückzuführen. Interne Kostensenkungen vorwiegend auf dem Rücken der Beschäftigten und die unverschämten Preissteigerungen im Strom- und Gasgeschäft trugen wesentlich zu diesem Ergebnis bei. Es wurden ja auch selbst die von der Bundesregierung kostenlos zur Verfügung gestellten CO²-Verschmutzungszertifikate auf den Strompreis aufgeschlagen.

- Gleichzeitig wurde eine millionenschwere Werbekampagne zur Imagepflege gestartet. Die EnBW der CO² freundliche Konzern? Leider hat auch dies einen Haken. Selbst mit jeder Kilowattstunde Atomstrom werden 160 Gramm CO² erzeugt. Hinzu kommt noch der strahlende Atommüll für Jahrtausende, die Abgabe von radioaktiven Gasen in die Umwelt im Normalbetrieb. Und die Uralt Kohle- und Ölkraftwerke des Konzerns sind die größten Klimasünder.

- Ein realistisches Zukunftskonzept fehlt. Vom „CO² sparen“ reden, das Gegenteil tun. Das einzige was dem EnBW-Vorstand einfällt, ist in Karlsruhe ein weiteres Kohlekraftwerk bauen zu wollen. Vielleicht ja auch noch eines in Heilbronn.

Und ein Atomkonzern, der seine Jahreshauptversammlung ausgerechnet am 21. Tschernobyl-Jahrestag abhält, hat angesichts von zehntausenden von Toten wirklich nichts kapiert.

Regenerative Energien – dezentral und umweltfreundlich

Allein der Zuwachs bei der regenerativen Stromerzeugung vom Jahr 2005 auf 2006 übersteigt die Jahresstromproduktion des AKW Neckarwestheim 1 um das 1,5-fache. In den letzten 10 Jahren wuchs die Stromerzeugung im regenerativen Bereich um über 48.000 Gigawattstunden. Jedes Jahr kommen in der Bundesrepublik 3000 Megawatt zusätzliche Leistung hinzu. Mit jeder neuen Anlage schwindet die bestehende Macht der Großkonzerne. Ihre Planungen mit neuen umweltschädlichen und ineffizienten Kohlekraftwerke müssen verhindert werden. Genauso die Träume von Atomkraftwerken im Ausland.

Keine Laufzeitverlängerungen – alle Atomkraftwerke abschalten!

Siehe auch:
"Atomkraftwerke abschalten...
... und es gehen keine Lichter aus!"

(Flugblatt / *.pdf)